Inklupreneur Rheinland Starter Camp 2026 in Wuppertal – Gemeinsam Inklusion gestalten

Am 27. und 28. Januar 2026 fand im Coworking-Space Studio One in Wuppertal das Starter Camp der dritten Kohorte des Projekts Inklupreneur Rheinland statt. Das Projekt wird vom Wuppertaler Verein foundit in Zusammenarbeit mit der Hilfswerft gGmbH aus Bremen umgesetzt und vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) gefördert.

Zu diesem Anlass kamen vier Unternehmen zusammen, um den Startschuss für die dritte Kohorte von Inklupreneur Rheinland zu setzen. KölnBusiness, das Mercure Hotel Köln West, mansour.io und 4D Survey haben sich in diesem Jahr dazu verpflichtet, ihre Unternehmen inklusiver auszurichten und konkrete Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen.

In der lockeren Vorstellungsrunde am Dienstagmorgen wurde deutlich, wie unterschiedlich die Ausgangspunkte der teilnehmenden Unternehmen waren. Einige – wie etwa das Mercure Hotel Köln West – hatten bereits erste Erfahrungen und Berührungspunkte mit Inklusion gesammelt, während andere sich dem Thema neu näherten. Gleichzeitig war eine gemeinsame Haltung spürbar: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den nächsten Schritt zu gehen. 

Die Erwartungen an Inklupreneur waren entsprechend vielfältig. Sie reichten von dem Wunsch Verständnis für Inklusion zu schaffen über den Anspruch, vom Reden bzw. „Hype“ ins konkrete Handeln zu kommen, bis hin zu ganz praktischen Fragen rund um barrierefreie Arbeitsplätze, eine gelingende Integration ins Team und den bewussten Umgang mit Vorannahmen.

Ein besonders inspirierender Programmpunkt war der Austausch mit Unternehmen, die das Inklupreneur-Programm bereits durchlaufen oder sich aktuell in der Umsetzung befinden. Benni und Marjam von FOND OF berichteten offen von ihren Erfahrungen und Erfolgen. Sie haben unter anderem ein eigenes Inklusionspostfach eingerichtet, Inklusionsbeauftragte benannt sowie Stellenanzeigen und Onboarding-Prozesse angepasst. Besonders ermutigend war ihr Ansatz, keine neuen Stellen zu schaffen, sondern bestehende Positionen bewusst für Menschen mit Behinderung zu öffnen. Gleichzeitig sprachen sie auch über Herausforderungen, etwa wenn nicht überall im Unternehmen sofort Begeisterung spürbar ist. Gerade diese Ehrlichkeit machte ihren Beitrag so wertvoll und praxisnah.

Mit Janick Meiser, HR Business Partner bei der EDEKA Rhein-Ruhr Stiftung & Co. KG in Moers, erhielt das Starter Camp eine weitere starke Perspektive aus der Praxis. Er berichtete von der Einrichtung zweier Inklusionsabteilungen im Marktkauf in Frechen  und teilte konkrete Hinweise zu Fördermöglichkeiten und strukturellen Rahmenbedingungen. Seine Einblicke machten deutlich, wie systematisch und nachhaltig Inklusion in Organisationen verankert werden kann.

Ein zentrales Element des Camps war der Austausch mit den drei Mentor*innen, die aus ihrer eigenen Erfahrung als Menschen mit Behinderung in der Arbeitswelt berichteten. Ihre Beiträge sorgten für echte Perspektivwechsel. Monika Hiller machte deutlich, wie hartnäckig sich Vorurteile halten – und wie wenig sie oft mit der Realität zu tun haben. Benjamin Höfler betonte eindrucksvoll die Bedeutung von Arbeit für gesellschaftliche Teilhabe. Seine Worte blieben vielen im Gedächtnis: „Niemand kann etwas für seine Vorurteile, wir können uns aber dafür entscheiden, wie wir damit umgehen.“ In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie wichtig Offenheit und Dialog sind. Es ging um die Frage, wann Unterstützung hilfreich ist und wann sie möglicherweise zu viel wird. Der gemeinsame Nenner: fragen, zuhören und ein „Nein“ genauso respektieren wie ein „Ja“.

Der zweite Tag startete mit praxisnahen Einblicken: Sebastian Reuss vom CJD Berufsbildungswerk Frechen stellte die Arbeit und vielfältigen Angebote des BBW vor und gab einen Überblick über die umfassenden Unterstützungsmöglichkeiten für junge Menschen mit besonderem Förderbedarf. Der Talentmanager von Inklupreneur, Marten Welschbach, sprach anschließend über den Talentpool und die Aufgaben des Talentmanagements. Im Anschluss präsentierte Michael Sebus von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) die Vermittlung schwerbehinderter Akademiker*innen und zeigte auf, wie Unternehmen mithilfe der ZAV qualifizierte und motivierte Fachkräfte gewinnen können.

Ein weiteres Highlight waren die Gespräche auf Augenhöhe. Die Unternehmen hatten die Gelegenheit, Talente aus dem Inklupreneur-Talentpool sowie aus dem CJD Berufsbildungswerk Frechen kennenzulernen. Die Begegnungen waren offen, ehrlich und wertschätzend. Anna Pütz von KölnBusiness beschrieb die Gespräche als besonders authentisch, da gegenseitige Erwartungen transparent geteilt wurden. Auch von Seiten der Talente gab es positives Feedback: Eine Auszubildende aus Frechen erzählte, wie herzlich sie aufgenommen wurde und wie wohl sie sich gefühlt hat.

Zum Abschluss des Starter Camps richtete sich der Blick nach vorn. In den kommenden Monaten startet die intensive Phase des Coachings und der Umsetzungsbegleitung. Die Grundlagen sind gelegt, die Motivation ist spürbar – nun geht es darum, die entwickelten Ideen Schritt für Schritt in die Praxis zu überführen. 

Auf die Frage nach ihrem größten Learning vom Starter Camp antwortete Anna Pütz mit einer ehrlichen und ermutigenden Erkenntnis: „Das größte Learning war, dass es nicht schlimm ist Angst zu haben oder unsicher zu sein, sondern dass man diese Unsicherheit ganz offen kommunizieren darf. Das Wichtigste ist, einen Schritt auf die Menschen zuzugehen.“

Das Starter Camp 2026 hat gezeigt, wie viel Potenzial entsteht, wenn Unternehmen, Expert*innen und Talente miteinander ins Gespräch kommen. Inklusion wird greifbar, wenn Erfahrungen geteilt, Fragen gestellt und Lösungen gemeinsam entwickelt werden. Die dritte Kohorte ist gestartet – und die nächsten Schritte sind bereits in Bewegung. Wenn auch ihr Interesse habt inklusiver zu werden, dann meldet euch gerne für unser Projekt Inklupreneur an: https://rheinland.inklupreneur.de/pledge-unterzeichnen-2/